Die Installation oder Modernisierung von Lüftungsanlagen in Wohngebäuden ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Wohnkomfort und zur Luftqualität, sondern auch ein zentraler Bestandteil energieeffizienter Bauweise. Ein Selbsteinbau ist grundsätzlich möglich, jedoch müssen dabei bestimmte technische Mindestanforderungen erfüllt werden – insbesondere in Bezug auf die Wärmerückgewinnung. Die Einhaltung dieser Anforderungen muss durch eine Fachunternehmererklärung bestätigt werden.
Technische Anforderungen an die Lüftungsanlage
Gemäß DIN 4701 Teil 10 dienen energetische Produktdaten der Ermittlung der sogenannten Anlagenaufwandszahl. Die angegebenen Kennwerte gelten dabei nur für nicht windexponierte Lagen mit mittleren Windgeschwindigkeiten unter 5 m/s.
Ein zentraler Kennwert ist der Wärmebereitstellungsgrad (ηₙWRG), der angibt, wie effizient eine Lüftungsanlage Wärme aus der Abluft zurückgewinnt. Für bestimmte Lüftungssysteme wie z. B. zentrale, dezentrale oder raumweise Anlagen mit Wärmeübertrager gelten folgende Mindestanforderungen:
Diese Anforderungen stellen sicher, dass das System energieeffizient arbeitet. In einem typischen Anwendungsbereich mit einem Luftvolumenstrom von 20–58 m³/h kann z. B. ein Wärmebereitstellungsgrad von 0,78 und eine Leistungsaufnahme von 0,3 W/(m³/h) erreicht werden – ein Wert, der die oben genannten Vorgaben erfüllt.
Wichtig: Die Werte zum Wärmebereitstellungsgrad gelten nicht, wenn das System ausschließlich im Modus „Querlüften“ betrieben wird (also ohne aktive Ventilation).
Fördervoraussetzungen für Lüftungsanlagen
Um staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen, sind zusätzliche Nachweise erforderlich:
Fazit
Wer in seinem Wohngebäude eine Lüftungsanlage neu installiert oder modernisiert, kann mit den richtigen Produkten und einer fachgerechten Umsetzung nicht nur Energie sparen, sondern auch von Förderprogrammen profitieren. Wichtig ist, bereits bei der Auswahl auf Wärmerückgewinnung und Effizienzkennwerte zu achten.
Für die fachgerechte Dokumentation Ihrer Lüftungsanlage stellen wir Ihnen ein Muster-Inbetriebnahmeprotokoll zur Verfügung. Hier können Sie das Protokoll als PDF herunterladen.
Bitte beachten Sie, dass in diesem Protokoll eventuell nicht alle projektspezifischen Punkte berücksichtigt sind. Nutzen Sie für individuelle Anforderungen die vorgesehenen Felder und ergänzen Sie diese entsprechend.